Tierschutz und Kosmetik

Das Thema Tierschutz ganz allgemein und in all seinen Facetten spielt heute bei einer steigenden Anzahl an KundInnen bei der Kaufentscheidung eine große Rolle. Wie sieht es nun eigentlich beim Tierschutz in Bezug auf Kosmetik in Österreich und der EU aus? Ein Überblick.


Tierversuche

Seit dem Jahr 2013 sind Tierversuche zur Herstellung von Kosmetik in der EU eigentlich verboten. Vor allem größere Kosmetikfirmen umgehen teilweise dieses Verbot, indem sie Substanzen/Chemikalien verwenden, die auch in anderen Bereichen wie Reinigung zum Einsatz kommen und von diesem Verbot daher ausgenommen sind. In der EU-Chemikalienverordnung sind zum Teil Tierversuche an bestimmten Chemikalien (auch solchen, die in Kosmetika vorkommen) sogar vorgeschrieben (Quelle: PETA). Hinzu kommt, dass die großen "Player" in der Kosmetik-Industrie auch nach China exportieren bzw. in China produzieren, wo Tierversuche nach wie vor gang und gäbe sind. Diese dann dort an Tieren getesteten Produkte dürfen gleichzeitig in der EU auch verkauft und vermarktet werden. Fazit: Das Tierversuchsverbot bei Kosmetika ist leider wenig streng ausgelegt und bietet einige Möglichkeiten der Umgehung.


Vegan?

Nicht wenige Inhaltsstoffe in herkömmlicher Kosmetik und auch in Naturkosmetik sind tierischen Ursprungs. Hier haben wir euch vor einiger Zeit schon einmal eine Liste an Inhaltsstoffen zusammengestellt, auf die ihr achten solltet:


  • Chitin: Stammt von Panzern/Schalen von Krebstieren oder Insekten und wird oft als Verdickungsmittel eingesetzt.

  • Cholesterol: Ist tierischen Ursprungs, kann in der Naturkosmetik aber auch gut durch Soja ersetzt werden.

  • Zibet: Stammt von der Zibetkatze und wird vor allem in Parfüms verwendet.

  • Elastin: Wird aus der Nackensehne von Rindern gewonnen.

  • Fibrostimulin K: Soll Falten vorbeugen und wird aus Kälberblut hergestellt.

  • Guanin: Pigmente, die von Fischschuppen stammen und oft für Lidschatten etc. verwendet wird.

  • Karmin: Ebenfalls ein Pigment, das von Schildläusen stammt. Teilweise ist dieses auch unter der Bezeichnung "Cl 75470" zu finden.

  • Keratin: Ist vor allem in Haarpflege enthalten und stammt von zermahlenen Hufen, Hörnern und Federn.

  • Lanolin: ist auch unter der Bezeichnung Wollfett bekannt und wird aus den Talgdrüsen von Schafen gewonnen.

  • Seide: Findet sich vor allem in Haarpflegeprodukten und Cremes und wird von Seidenraupen gewonnen. Hier ist vor allem auch Aloe Vera eine gute Alternative.

Was kann ich selbst tun?

Zum einen gibt es eine Vielzahl an Herstellern, die inzwischen garantieren, keine Inhaltsstoffe zu verwenden, die mit Tierversuchen in Verbindung stehen. So wie wir das auch tun. Es gibt schon eine Vielzahl an Zertifizierungen am Markt, die hier noch einmal mehr Sicherheit geben wie z. B.


  • Leaping Bunny der Coalition for Consumer Information on Cosmetics (CCIC), Die Unternehmen, die das Siegel verwenden, garantieren, keine Tierversuche durchzuführen oder sonst in irgendeiner Form in Tierversuche involviert zu sein. Es werden außerdem keine Inhaltsstoffe, Rezepturen oder Produkte von Unternehmen, welche Tierversuche durchführen zugekauft.

  • Häschen mit schützender Hand des deutschen Tierschutzbundes. Hier werden nur Hersteller aufgenommen, die seit 1979 auf jede Art von Tierversuchen verzichten.

  • Häschen von PETA (Peta approved) ist ein Gütesiegel der Tierschutzorganisation PETA. Dieses erhalten Firmen, die gegenüber PETA schriftlich garantieren, keine Tierversuche durchzuführen und auch keine Bestandteile zuzukaufen, die an Tieren getestet wurden. Auch wir haben dieses Siegel.



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